Von der Skizze zum Tisch
Pax folgt einer reduzierten Formensprache mit wechselnden Materialstärken, schwungvollen Linien und einer gespannten Silhouette. Das Ergebnis ist klar und modern, zugleich von sanft expressiver Bewegung.
Pax folgt einer reduzierten Formensprache mit wechselnden Materialstärken, schwungvollen Linien und einer gespannten Silhouette. Das Ergebnis ist klar und modern, zugleich von sanft expressiver Bewegung.
Eine reduzierte moderne Form mit wechselnden Stärken, schwungvollen Linien und dynamischer Silhouette.
Heinrich Meldaus Arbeit für Robbe & Berking beginnt nicht mit einem Auftrag, sondern mit einer Idee. Topos und Pax wurden vom deutschen Designer unabhängig entwickelt, zunächst in Holzmodellen und detaillierten Zeichnungen ausgearbeitet und anschließend der Flensburger Silbermanufaktur vorgestellt. Topos ging 1991 in Produktion, Pax folgte 2002. Die beiden Kollektionen zeigen unterschiedliche Ausprägungen derselben disziplinierten Haltung zur Tafel. Topos ist die architektonischere der beiden. Seine geradlinige Geometrie und kühle visuelle Klarheit erinnern an die funktionalen Prinzipien des Bauhauses und reduzieren die einzelnen Teile auf kraftvolle, klar lesbare Formen. Zwischen Griff und Funktionsteil lenkt wenig ab; stattdessen bestimmen Proportion und Silhouette die Identität der Kollektion. Das Ergebnis ist Besteck von entschieden moderner Präsenz, das wechselnden Moden bemerkenswert standhält. Bei Pax wird die Sprache weicher und dynamischer. Unterschiedliche Materialstärken, schwungvolle Linien und ein sorgfältig gespanntes Profil verleihen den Teilen mehr Bewegung, ohne die für Meldaus Arbeit charakteristische Klarheit aufzugeben. Die Schlichtheit ist bewusst, nicht streng: Feine Veränderungen in Volumen und Kontur bringen Leichtigkeit und Eleganz auf die Tafel. Gemeinsam betrachtet eröffnen Topos und Pax zwei Perspektiven auf modernes Besteckdesign. Die eine wird von geometrischer Ruhe bestimmt, die andere von Bewegung und wechselndem Profil — beide zeigen jedoch, wie viel Charakter entsteht, wenn Ornament Proportion, Material und der präzisen Formung eines Alltagsgegenstands weicht.
Unabhängig gezeichnet, zunächst von Hand geformt und verfeinert, bis die Form für sich selbst sprechen konnte.
Heinrich Meldau
In Anthony’s Kitchen in Meerbusch begleitet Pax die Küche von Anthony Sarpong – Küchenchef, Autor und kulinarischer Visionär. Seine Küche bringt seine westafrikanischen Wurzeln mit Einflüssen aus aller Welt in einen Dialog und entwickelt daraus Menüs voller überraschender Kombinationen, außergewöhnlicher Zutaten und minutiöser Handwerkskunst. Pax wirkt in diesem Rahmen besonders selbstverständlich: markant im Profil, doch zurückhaltend genug, um Sarpongs höchst persönliche kulinarische Sprache in den Vordergrund treten zu lassen.
Weil die Kollektion dreidimensional geformt und nicht allein durch ihren Umriss definiert ist. Auf einer großen Tafel erzeugen die wechselnden Stärken der Teile und ihre ausgreifenden Profile von einem Platz zum nächsten subtile Verschiebungen von Licht und Schatten. Das Ergebnis ist eine Tafel mit Präsenz, obwohl Pax nahezu keinen aufgesetzten Dekor trägt.
Pax zeigt, wie es gelingt. Statt Gravuren oder ornamentaler Motive nutzt die Kollektion Proportion, Kurve und Variationen der Materialstärke. Über ein vollständiges Gedeck hinweg wiederholt, verdichten sich diese kleinen Unterschiede zu einem starken visuellen Rhythmus. Die Dramatik entsteht aus der Form selbst und nicht aus etwas, das der Oberfläche hinzugefügt wurde.
Sein Profil. Von der Seite zeigt Pax die wechselnden Stärken und den Verlauf jeder Linie durch das Teil. Was von oben beinahe minimalistisch wirken kann, gewinnt beim Drehen in der Hand erheblich an Ausdruck und lässt die Kollektion eher wie ein kleines skulpturales Objekt denn wie ein rein flaches Besteckteil erscheinen.
Weil Pax keine einzelne visuelle Welt vorgibt. Sein Design ist selbstbewusst und zugleich offen: Die ausgreifende Form verleiht der Tafel Identität, während der Verzicht auf dekorative Motive Raum für ganz unterschiedliche Küchen, Keramiken und Restaurantinterieurs lässt. Diese Vielseitigkeit macht Pax zum natürlichen Begleiter eines Küchenchefs wie Anthony Sarpong, dessen Küche durch die Begegnung der Kulturen und nicht durch eine festgelegte Tradition bestimmt ist.