Von der Skizze zur Tafel
Am Anfang steht Tias Eckhoffs Studie der Proportion. Bei Maya verschmelzen Griff, Übergang und Funktionsteil zu einem durchgängigen Objekt.
Am Anfang steht Tias Eckhoffs Studie der Proportion. Bei Maya verschmelzen Griff, Übergang und Funktionsteil zu einem durchgängigen Objekt.
Maya ist an seinem breiten, kraftvollen Griff zu erkennen, der sich in einem dreieckigen Übergang zum Funktionsteil hin verjüngt. Gerundete Kanten und die großzügige Grifffläche verleihen der Serie eine klare, skulpturale Silhouette.
Tias Eckhoffs Beziehung zum Besteck gewann 1962 besondere Bedeutung, als er Maya für Norstaal entwarf. Der breite Griff verjüngt sich zu einer dreieckigen Form, während gerundete Kanten den Teilen einen festen und zugleich angenehmen Halt verleihen. Der Entwurf wurde zu einem der prägenden skandinavischen Besteckdesigns des 20. Jahrhunderts und fand später Eingang in Phaidon Design Classics sowie in Museumssammlungen, darunter die des MoMA in New York und des Victoria and Albert Museum in London. Eckhoff setzte seine Erkundung der Tischkultur mit Kollektionen wie Una, Chaco und Maya 2000 fort. Jede von ihnen setzte sich erneut mit Proportion, Balance und dem Verhältnis von strenger Geometrie zu weicheren Kurven auseinander. Sein Werk war nur selten auf Ornament angewiesen. Charakter entstand vielmehr durch die Art, wie ein Objekt verfeinert wurde – langsam, physisch und mit außergewöhnlicher Aufmerksamkeit für kleinste Veränderungen der Form.
„Ich arbeite langsam; ich würde gern ein Jahr lang an einem Besteckteil feilen.“ — Tias Eckhoff
Tias Eckhoff
Das Salatbesteck Maya führt Tias Eckhoffs unverwechselbare Formensprache über das einzelne Gedeck hinaus in die gemeinschaftliche Geste des Servierens. Die breiten Griffe, die dreieckige Verjüngung und die sanft gerundeten Kanten bleiben unverkennbar Maya; das größere Servierformat verleiht der Geometrie in der Tischmitte jedoch stärkere Präsenz.
Größere Objekte geben den Proportionen mehr Raum zur Entfaltung. Der breite Griff und der charakteristische dreieckige Übergang lassen sich im Serviermaßstab leichter erfassen und zeigen, wie wenig Ornament Maya benötigt, um unmittelbar erkennbar zu bleiben.
Maya wurde 1962 von Tias Eckhoff aus dem Zusammenspiel von Form, Griff und alltäglichem Gebrauch entwickelt. Beim Salatbesteck verlagert sich diese Haltung von der persönlichen Geste des Essens zur gemeinschaftlichen Geste des Servierens. Dieselbe Gestaltungsidee wird so Teil der Gastlichkeit ebenso wie des einzelnen Gedecks.
Stelton beschreibt die vergleichsweise breiten Griffe und sorgfältig gerundeten Kanten von Maya als wesentlich für den angenehmen Halt. Bei Servierbesteck gewinnt dies besondere Bedeutung: Die Hand hebt und bewegt größere Portionen, wobei ein sicherer, substanzieller Griff unmittelbar zum Gebrauchserlebnis beiträgt.
Wenn die zum Teilen von Speisen verwendeten Objekte visuell derselben Familie angehören wie die Teile neben jedem Teller. Maya überträgt seine dreieckige Geometrie vom persönlichen Besteck auf die Servierutensilien und verbindet damit eine der bekanntesten Formen skandinavischen Designs mit den individuellen und gemeinschaftlichen Momenten der Mahlzeit.