Kapitel II

Grand Prix

Funktionales Besteck, geformt für die Mahlzeit, die Hand und den Alltag.

Grand Prix ist die funktionalistische Besteckserie von Kay Bojesen, bekannt für ihre weichen, ausgewogenen Formen und erhältlich in mattem oder poliertem Edelstahl.

Über die Serie
Kay Bojesen Grand Prix collection

Grand Prix, für die Tafel gedacht

Grand Prix ist die funktionalistische Besteckserie von Kay Bojesen, getragen von der Überzeugung, dass Gebrauchsgegenstände natürlich in der Hand liegen und die Mahlzeit begleiten sollten, statt Aufmerksamkeit zu beanspruchen. Der 1938 erstmals in Silber präsentierte Entwurf zeichnet sich durch klare Übergänge, sanft harmonische Proportionen und eine zurückhaltende Präsenz auf dem Tisch aus. Später wurde die Kollektion auch in Edelstahl gefertigt und überführte dieselben sorgfältig durchdachten Formen in den Alltag. Die Serie reicht von den wesentlichen Gedecken bis zu Vorlege-, Kuchen-, Fisch- und Meeresfrüchtebestecken. Matter Edelstahl erzeugt einen ruhigen, haptischen Ausdruck; polierter Edelstahl verleiht denselben Silhouetten einen helleren, stärker reflektierenden Charakter.

Leitfaden zur Serie

Fragen zu Grand Prix

Was bedeutet es, Besteck zu entwerfen, das der Mahlzeit nicht die Aufmerksamkeit nehmen soll?

Für Kay Bojesen war Besteck in erster Linie ein Werkzeug. Grand Prix wurde für die Hand, den Mund und die Bewegung des Essens geformt, sodass die Objekte still ihren Zweck erfüllen, statt die Tafel zu beherrschen. Aus dieser Zurückhaltung erwächst ihr Charakter: weiche Formen, kontrollierte Proportionen und kaum eine Geste ohne Grund.

Wie wurde aus einem Silberbesteck von 1938 Grand Prix?

Kay Bojesen präsentierte das Silberbesteck erstmals 1938 in Kopenhagen. Dreizehn Jahre später erhielt es den Grand Prix auf der Mailänder Triennale 1951. Die Auszeichnung gab der Kollektion ihren Namen und rückte Bojesens radikal funktionalen Besteckentwurf in den internationalen Designdiskurs.

Warum war der Wechsel von Silber zu Edelstahl so bedeutsam?

1953 erschien Grand Prix in mattem Edelstahl. Der Wandel betraf mehr als nur das Material. Bojesen übertrug einen in der Silberschmiedetradition verwurzelten Entwurf auf einen für die industrielle Fertigung geeigneten Werkstoff und machte dieselben sorgfältig gelösten Formen weit über die Welt des Silberbestecks hinaus verfügbar.

Wie kann sich eine Formensprache über mehr als dreißig verschiedene Utensilien erstrecken?

Grand Prix arbeitet mit Variation statt Wiederholung. Tafelbesteck, Dessertteile, Fischbesteck und spezialisierte Vorlegewerkzeuge sind jeweils auf eine andere Handlung abgestimmt und bleiben doch durch ihre Proportionen, sanft modellierten Griffe und den Verzicht auf überflüssiges Ornament verbunden. So wird die Kollektion zu einem Vokabular verwandter Objekte statt zu einer Serie identischer Formen.

Wie gelangte Grand Prix aus einer Kopenhagener Werkstatt auf Tafeln in aller Welt?

Was als Kay Bojesens Suche nach dem idealen Besteckteil begann, wurde Teil einer umfassenderen dänischen Designidentität. Grand Prix wird in Residenzen dänischer Botschaften weltweit verwendet, wo seine zurückhaltenden Formen still für eine bestimmte Vorstellung dänischen Designs stehen: funktional, großzügig und selbstbewusst genug, keine Aufmerksamkeit einzufordern.